Kellerkind

Manche Leute gehen ja zum Lachen in den Keller. Oder zum Weinen. Mir ist da eher zum Weinen zu Mute, denn unser Keller gehört mal entrümpelt, gesaugt, gewischt und dann kann man was draus machen. Dabei liebe ich ihn. Er ist trocken, gut beleuchtet und geräumig. Wenn er denn aufgeräumt wäre. Was will man eigentlich mehr. Stauraum muss her. Stauraum. Stauraum.

In einer dieser Wochenmagazine war kürzlich ein Artikel darüber, was es beim Hausbau zu beachten gibt. Man sollte den Keller nicht vernachlässigen. Das stimmt wohl. Was würden wir ohne ihn machen. Wohin mit den Winterklamotten im Sommer, den Sommerklamotten im Winter, den alten Kissen, Sesseln, Kartons, Spielzeug, von dem man meint, es könnte noch mal jemand damit spielen, und, und, und.

Unter Normalnull

Früher wollte ich immer einen Keller haben. Wir hatten keinen. Nicht aus Kostengründen, sondern aufgrund der Lage. 3m unter NN hat man nicht so viel Luft zum Grundwasser und in dem alten Reetdachhaus von 1869 war auch  genug Platz woanders für die Kartons und meine Eisenbahnplatte, die immer kurz vor Weihnachten aufgebaut und im Januar wieder abgebaut wurde. Steigerte die Vorfreude auf Weihnachten. Als ich 15 war, bekam ich meine Eltern – eher meien Mutter – davon überzeugt, dass ja genug Platz in meinem Zimmer sei, die Eisenbahn aufgebaut zu lassen. Ich hätte mal auf meine Eltern hören sollen. Der Reiz von etwas neuem ging flöten.

Mein Sandkastenkumpel wohnte auf der anderen Straßenseite, schräg gegenüber. Die hatten einen Keller. Lag aber daran, dass die 6 Häuser auf einer eigens aufgeschütteten Warft standen. Hier zwar nicht auf einer Hallig, aber kurz vor dem Deich. Mensch war ich neidisch. Da war Platz im Keller. Ein Raum zum Werken und Basteln, einer für die Wäsche etc. Wir hatten dafür einen Heizungsraum, in dem es immer schön bullig warm war und in dem man vollgematscht von draußen reingehen konnte, um sich umzuziehen.

Gut, jetzt haben wir einen Keller mit grundsätzlich Platz, wenn man ihn denn schafft. Dafür steht der Nachwuchs mit Matschhose und Gummistiefel gleich im Wohnzimmer. Man kann nicht alles haben – und am Wochenende geht es zum Entrümpeln des Kellers. Das kann was werden.

Veröffentlicht von

www.zwillingswelten.de

Sven startete 1998 mit einer Seite rund um Bücher ins Internetzeitalter. Seit der Geburt seiner Zwillinge interessiert er sich für Einrichtungsideen rund um das Wohnen für Familien. Neben dem Lesen skandinavischer und englischer Krimis ist er auf der Suche nach interessanten Rezepten und technischen Neuigkeiten, sowie kindgerechten Apps.

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